Unsere Auszubildende im 2. Ausbildungsjahr schildert ihre Erfahrungen in der "Corona-Zeit".

Wie wahrscheinlich jeder andere auch, sind natürlich auch wir als Azubis nicht von den Auswirkungen der Corona-Pandemie verschont geblieben.

Ich bin Auszubildende im zweiten Lehrjahr. Normalerweise würde ich jetzt in der Schule sitzen und lernen. Doch was sonst als so selbstverständlich angesehen wurde, ist aufgrund der aktuellen Lage nur bedingt bis gar nicht möglich.

Wir haben Blockunterricht in der Berufsschule. Das bedeutet, dass wir nicht wöchentlich ein oder zwei Tage zur Schule gehen, sondern in bestimmten Zeitabständen für jeweils acht Wochen die Schule besuchen. Da durch das Virus alle Schulen ab dem 16. März geschlossen wurden, verlief unser Schulblock jedoch anders als gewohnt.

Nach nur zwei Wochen Unterricht, wurde die Schule geschlossen. „Home-Schooling“ war angesagt.

Am Anfang war alles etwas holprig. Keiner wusste genau wie es weiter geht. Unsere Lehrer konnten uns nicht sagen, wann oder ob wir in diesem Block wieder in die Schule gehen dürfen.

Ich glaube, es gab viele Schüler, die sich anfangs gefreut haben, dass die Schule ausfällt. Uns war jedoch sofort bewusst, dass wir eventuell wichtige Inhalte für die Abschlussprüfung verpassen würden.

Wir haben das Glück, dass unsere Schule sehr fortschrittlich ist und wir deshalb recht zügig online unterrichtet wurden.

Über ein internes Schulportal haben unsere Lehrer virtuelle Kurse erstellt. In diesen Kursen wurden regelmäßig Aufgaben und kleine Tests eingestellt, die wir in einem bestimmten Zeitrahmen erledigen sollten.

Auch wenn wir vorher bereits Schulaufgaben zu Hause erledigt haben, war es dieses mal anders. Wir hatten keinen Lehrer, der uns die Inhalte vermitteln konnte, sondern wir mussten dies selbst tun. „Eben schnell“ eine Frage zu stellen, war nicht möglich.

Dann kam die Nachricht, dass wir ab dem 11. Mai wieder zur Schule gehen dürfen. Allerdings nur für eine Woche, denn am 15. Mai endete unser Schulblock bereits wieder.

Doch aufgrund der strengen Vorlagen, musste unsere Klasse aufgeteilt werden. Somit konnte jeder von uns nur an zwei Tagen die Schule besuchen und musste an den anderen Tagen die Aufgaben wieder zu Hause erledigen.

In den Wochen, in denen die Schule ausgefallen ist, waren wir in der Bank. Wir wurden an den Nachmittagen zum Lernen freigestellt.

Doch auch in der Bank konnten wir die Ausnahmesituation deutlich spüren. Aufgrund des Kontaktverbots konnten wir Auszubildenden uns nicht einfach neben einen Kollegen setzen, um Neues zu lernen. Denn das Kontaktverbot bedeutet nicht nur, einen gewissen Sicherheitsabstand zu unseren Kunden zu bewahren, sondern auch zu unseren Kollegen.

Wir haben einen eigenen Arbeitsplatz und verschiedene Aufgaben bekommen, sodass wir selbstständig arbeiten konnten.

Sogar unsere regelmäßige Azubi-Runde mit unseren Ausbilderinnen fand digital statt. Hier tauschen wir uns über aktuelle Themen zur Ausbildung aus. Wir haben bereits gemeinsam überlegt, wie der weitere Ausbildungsverlauf gestaltet werden könnte, sollte sich die Situation langfristig nicht verbessern.

Schlussendlich würde ich sagen, dass wir das Beste aus der Situation machen. Trotz gewisser Hindernisse haben wir die Lerninhalte der Schule vermittelt bekommen. Auch in der Bank haben wir uns gut mit der Situation arrangiert und werden durch regelmäßige Nachrichten des Vorstandes informiert und motiviert.

So überstehen wir hoffentlich schnell diese Krise und können zur Normalität zurückkehren.

Bleiben Sie gesund!

Marie Stammermann

 

 

 

Brief einer Bankerin: Corona-Update eins: Anna-Lena Boguhn finden Sie hier

Brief einer Bankering: Corona-Update zwei: Renate Wilkens finden Sie hier